Fahrzeug vor dem Transport vorbereiten: Die Profi-Checkliste
Die Übergabe eines Fahrzeugs an einen Transporteur dauert selten mehr als 20 Minuten. Dennoch ist dieser Schritt entscheidend: Er legt den Referenzzustand des Fahrzeugs fest, schützt Ihre Interessen im Streitfall und bestimmt, ob der Transport reibungslos verläuft. Hier erfahren Sie, was Profis jedes Mal tun, bevor sie ihre Fahrzeuge übergeben.
1. Fahrzeug reinigen — nicht aus ästhetischen Gründen
Waschen Sie zunächst die Außenseite des Fahrzeugs. Nicht der Optik wegen, sondern aus einem praktischen Grund: Ein sauberes Fahrzeug ermöglicht es, seinen Zustand vor dem Transport genau zu dokumentieren. Übergabefotos sind weit aussagekräftiger, wenn die Karosserie ohne Schmutz oder Salzrückstände klar erkennbar ist.
Für Profis, die große Bestände verwalten, reicht ein schneller Hochdruckreiniger. Der Innenraum muss nicht gesaugt werden — entscheidend ist, dass die Karosserie auf Fotos und mit dem Auge klar lesbar ist.
2. Alle persönlichen Gegenstände entfernen
Das ist eine Pflicht, keine Empfehlung. Professionelle Transporteure können rechtlich keine Verantwortung für persönliche Gegenstände übernehmen, die im Fahrzeug verbleiben — ihre Haftung beschränkt sich ausschließlich auf das Fahrzeug selbst, nicht auf seinen Inhalt.
Vergessen Sie nicht zu prüfen:
- Den Kofferraum (besonders bei Gebrauchtfahrzeugen, die gelegentlich als Stauraum genutzt wurden)
- Das Handschuhfach
- Türfächer
- Unter den Sitzen
- Die Hutablage
Ein vergessener Gegenstand, der während des Transports herunterfällt, kann die Polsterung beschädigen oder ein Pedal blockieren. Fest montiertes Zubehör (Kofferraumnetze, Kofferraumabdeckungen) darf in der Regel im Fahrzeug verbleiben.
3. Kraftstoff: zwischen einem Viertel und einer halben Tankladung
Die Vorschriften für den Transport gefährlicher Güter verlangen, dass der Kraftstoffstand begrenzt wird. In der Praxis gilt in der Branche: nicht mehr als ein Viertel des Tanks für den Transport auf Autotransportern.
Der Grund ist zweifach: Brandschutz einerseits und Gewichtsersparnis andererseits — ein Autotransporter, der neun halbvolle Fahrzeuge geladen hat, trägt mehrere hundert Kilogramm unnötigen Kraftstoff.
Für Elektrofahrzeuge gilt eine andere Regel: Ein Ladestand von 15 bis 30 % wird empfohlen — ausreichend, um das Fahrzeug beim Be- und Entladen zu manövrieren, ohne die Hochspannungssysteme während des Transports zu belasten.
4. Fahrzeugzustand aus allen Winkeln fotografieren
Gehen Sie vor der Übergabe einmal vollständig ums Fahrzeug herum und fotografieren Sie jede Seite und jedes auffällige Detail. Das Standardverfahren im professionellen Bereich:
- 4 Seitenfotos (vorne, hinten, links, rechts)
- Detailfotos jedes vorhandenen Kratzers, jeder Markierung, Beule oder Absplitterung
- Innenraum: Armaturenbrett, Sitze, Dachhimmel falls nötig
- Kilometerstand gut sichtbar auf dem Armaturenbrett
Diese Fotos werden von Ihrem Smartphone automatisch mit Datum und Uhrzeit versehen. Sie sind der unwiderlegbare Beweis für den Fahrzeugzustand vor der Beladung. Bei EsyLoads wird bei jeder Abholung ein digitales Zustandsprotokoll erstellt — diese Dokumentation wird zwischen Ihnen, dem Transporteur und unserer Plattform geteilt.
5. Vorhandene Mängel im Übergabeprotokoll vermerken
Das Übergabeprotokoll (oder Zustandsbericht) ist das grundlegende Dokument beim Fahrzeugtransport. Es listet die Mängel auf, die vor dem Transport am Fahrzeug vorhanden waren — jeder nicht erwähnte Schaden kann bei Ankunft dem Transporteur zugerechnet werden.
Seien Sie präzise und gründlich: Ein 5 cm langer Kratzer am vorderen rechten Kotflügel ist nicht dasselbe wie eine "leichte Schramme". Professionelle Transporteure wissen das — sie werden bei der Beladung selbst alles notieren, was sie sehen. Besser, diese Information kommt zuerst von Ihnen.
6. Alarmanlage deaktivieren oder Deaktivierungscode angeben
Ein Fahrzeug, das beim Beladen, auf der Autobahn oder beim Empfänger Alarm schlägt, schafft für alle eine schwierige Situation. Vor der Übergabe:
- Deaktivieren Sie die Alarmanlage, wenn möglich
- Oder geben Sie die Deaktivierungsprozedur klar auf dem Transportdokument an
- Erwähnen Sie, falls das Fahrzeug eine besonders empfindliche Alarmanlage hat (einige Premium-SUVs lösen beim geringsten Vibration aus)
Bei Fahrzeugen, die durch spezifische Wegfahrsperren immobilisiert werden, informieren Sie Ihren Transporteur ebenfalls im Voraus.
7. Reifendruck prüfen
Ein platter Reifen blockiert den Transport nicht, erschwert aber das Aufladen auf den Autotransporter. Wenn ein Fahrzeug nicht aus eigener Kraft gefahren werden kann, um auf dem Lkw positioniert zu werden, sind Spezialausrüstungen (Seilwinde, Plattform) erforderlich und ein Aufpreis fällig.
Prüfen Sie auch, ob das Pannenset oder das Ersatzrad an Bord ist, falls das Fahrzeug damit ausgestattet ist.
8. Radioantenne einfahren oder entfernen
Peitschenantennen, die noch bei manchen Modellen vorhanden sind, können sich beim Beladen oder unter einem angehobenen Autotransporter verbiegen oder brechen. Wenn Ihr Fahrzeug damit ausgestattet ist, entfernen Sie die Antenne oder schrauben Sie sie vor der Übergabe in die tiefste Position.
9. Erforderliche Dokumente vorbereiten
Je nach Transportart und Ziel müssen Sie folgendes vorlegen:
Für nationalen Transport (Deutschland):
- Fahrzeugschein oder eine Kopie
- Bestellung oder Frachtbrief
Für internationalen Transport innerhalb der EU:
- Fahrzeugschein
- Bei Neufahrzeugen: Konformitätsbescheinigung (COC)
- Bei verkauften Fahrzeugen: Kaufvertrag
Für Ziele außerhalb der EU (Schweiz, Vereinigtes Königreich):
- Zolltransitdokument
- Temporäres Einfuhrdokument je nach Ziel
- Wenden Sie sich mindestens 48 Stunden vor der Abholung an Ihren Transporteur
Weitere Informationen zu den Dokumentationsanforderungen je Zielland finden Sie in unseren Korridorführern: Frankreich → Schweiz, Frankreich → Vereinigtes Königreich oder Frankreich → Deutschland.
10. Ersatzschlüssel bereithalten
Der Transporteur benötigt die Schlüssel zum Be- und Entladen des Fahrzeugs. Wenn Sie nur einen Schlüsselsatz haben, planen Sie die persönliche Übergabe beim Beladen und die Abholung bei der Lieferung — oder lassen Sie ihn mit dem Fahrzeug mitreisen und vermerken Sie dies im Transportdokument.
Bei einigen Premiummodellen gibt es keinen physischen Schlüssel mehr, sondern eine Karte oder eine NFC-Karte — stellen Sie sicher, dass der Transporteur über die Vorgehensweise informiert ist.
Was nicht von Ihnen abhängt — aber dennoch prüfen
Stellen Sie vor der Übergabe Ihres Fahrzeugs sicher, dass:
- Der Motor problemlos anspringt: Ein Fahrzeug, das am Tag der Abholung nicht startet, verzögert das gesamte Beladen. Wenn die Batterie schwach ist, laden Sie sie am Vorabend.
- Die Bremsen normal funktionieren: Die Feststellbremse wird auf dem Autotransporter verwendet.
- Die Lenkung nicht blockiert ist: Einige Fahrzeuge blockieren ihre Lenkung im Stand — stellen Sie sicher, dass Ihr Transporteur weiß, wie damit umzugehen ist.
Eine sorgfältige Vorbereitung dauert weniger als eine Stunde und verhindert den Großteil der Streitigkeiten, die nach einem Transport entstehen. Profis, die regelmäßig Fahrzeuge versenden, haben alle ihre eigenen internen Checklisten — diese Logik gilt ebenso für einen Händler, der 50 Fahrzeuge pro Monat versendet, wie für eine Privatperson, die ihr erstes Auto verschickt.
Für Ihre nächsten Transporte holen Sie ein Angebot auf EsyLoads ein — unser Team berät Sie bei den Dokumentationsaspekten, insbesondere für Transporte in die Schweiz oder ins Vereinigte Königreich.